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LG Frankfurt/Main, Urt. v. 7.2.2012 – 2-17 S 89/11, WuM 2012, 267


Leitsätze
1. Zur Mietminderung wegen Schimmelbefalls der Wohnung ist der Mieter nicht berechtigt, wenn er trotz vorhandener Kältebrücken eine Schimmelbildung durch drei- bis viermalige tägliche Stoßlüftung hätte vermeiden können.

2. Eine drei- bis viermalige tägliche Stoßlüftung ist auch für einen berufstätigen Mieter zumutbar (OLG Frankfurt/Main, Urt. v. 11.2.2000 – 19 U 7/99, NZM 2001, 39). Der Mieter kann morgens vor Verlassen des Hauses ein- bis zweimal lüften und dann wieder am Nachmittag nach Rückkehr von der Arbeit und am Abend.

3. Der Mieter ist auch dann für den Schimmelbefall verantwortlich, wenn die Bausubstanz nur den Mindestanforderungen des Baujahres des Hauses (hier: 1954), nicht aber den heutigen Anforderungen entspricht und der Einbau einer Wärmedämmung im Bereich der Kältebrücken die turnusmäßige Stoßlüftung überflüssig machen würde. Denn der Mieter kann nur den bautechnischen Standard erwarten, der bei Errichtung des Gebäudes galt (BGH, Urt. v. 7.7.2010 – VIII ZR 85/09, NJW 2010, 3088 [= WuM 2010, 482]).

Anmerkung
Ebenso LG Frankfurt/Main, Urt. v. 16.1.2015 – 2-17 S 51/14, WuM 2015, 665.

Anders die erstinstanzliche Entscheidung AG Bad Homburg v.d.H., Urt. v. 14.9.2011 – 2 C 240/10 (23), WuM 2012, 266, mit der dem Mieter eine Mietminderung in Höhe von 10 % zugesprochen wurde.


Mängelrechte des Mieters | Schimmelbildung
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