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Chronologie

100 Jahre DMB Mieterschutzverein Frankfurt am Main e. V.

1908-1918
Ärzte, Rechtsanwälte und ein „Privatbeamter“ gründen am 25. März 1908 den Mieter-Schutz-Verein Frankfurt a/M. Sie wollen den gut organisierten Haus- und Grundeigentümern etwas entgegensetzen. 1911 nimmt das Mieteinigungsamt auf Betreiben des Vereins seine Arbeit auf. Der erste Weltkrieg (1914 bis 1918) legt die Arbeit der Mietervertretungen weitgehend lahm.
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1919-1928
Wohnungsmangel und Obdachlosigkeit beherrschen die Nachkriegszeit. Viele neue rechtliche Bestimmungen zum Schutz der Mieter schaffen Beratungsbedarf. Der Mieterschutzverein verzeichnet 1923 mit 10.000 Mitgliedern einen Rekord. Der Verein will sich nun auch praktisch für seine Mitglieder einsetzen und schafft preiswerten Wohnraum. Mitte der zwanziger Jahre entstehen drei Gebäude mit insgesamt 59 Wohnungen in Eckenheim, Eschersheim und Schwanheim.
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1929-1938
Die Geschäftsstelle zieht 1929 in die Brönnerstraße 20. Der Verein entzieht sich der Gleichschaltung durch das NS-Regime 1933 nicht. Die Wohnungsmarktlage verschärft sich. Die Rechtslage für Mieter verbessert sich im Interesse der nationalsozialistischen Wirtschafts- und Lohnpolitik bis 1936/37. Das Interesse an Mieterschutzvereinen erlischt wieder. 1938 zieht die Geschäftsstelle ans Eschenheimer Tor 3. Zu dieser Zeit zählt der Verein 6.000 Mitglieder und besitzt acht Grundstücke.
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1939-1948
Im 2. Weltkrieg werden die Geschäftsstelle vollständig und die Mietsgebäude nahezu vollständig zerstört. Zwei Vorstandsmitglieder mit NS-Vergangenheit werden ausgeschlossen. Der Verein baut 1947 ein neues Büro in der Eckenheimer Landstraße auf. Dort sollen auch die Wohnungen wieder errichtet werden.
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1949-1958
Der Beratungsbedarf steigt wieder: Die Politik diskutiert den Abbau von Kündigungsschutz und Mietpreisbindung für Altbauten, die zahlreich entstehenden Neubauten unterliegen diesem Gesetz ohnehin nicht. Der Verein erreicht seine alte Mitgliedsstärke jedoch noch nicht: 1959 zählt er nur mehr als 2.200 Mitglieder.
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1959-1968
Die Zwangsbewirtschaftung wird aufgehoben. 1965 entfällt auch in Frankfurt der Kündigungsschutz, die Mietpreise steigen wieder.
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1969-1978
Ende der siebziger Jahre zählt der Verein nahezu 8.000 Mitglieder. Erstmals arbeiten zwei Volljuristen fest angestellt in der Beratung. Der Verein beteiligt sich erfolgreich an einer Mietschlichtungsstelle. Seit 1976 arbeiten Vereinsvertreter in der Mietspiegelkommission der Stadt Frankfurt mit.
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1979-1988
Eine neue Ära beginnt Anfang der achtziger Jahre mit der Wahl von Rechtsanwalt Werner Schaub in den Vorstand. Mietwohnungen sind in Frankfurt knapp. Die Mitgliedszahl verdoppelt sich. Der Verein stellt nach und nach fünf Volljuristen zur Beratung ein. In Höchst eröffnet die Zweigstelle. Seit 1982 sind Vereinsmitglieder für Mietangelegenheiten rechtsschutzversichert.
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1989-1998
Im Beratungsteam arbeiten mittlerweile acht fest angestellte juristische Berater. Der Verein feiert einen Meilenstein: 1993 entscheidet der Bundesgerichtshof, dass 28 von 34 Vertragsklauseln des Formularvertrags des Landesverbands Hessen der Haus- und Grundstückseigentümer unwirksam waren. Das Urteil erspart vielen Mietern Prozesse und Kostenrisiken. 1996 erreicht der Verein mit 20.000 Mitgliedern eine neue Rekordmarke.
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1999-2008
Der Mieterschutzverein professionalisiert sich. Inzwischen arbeiten zehn fest angestellte, auf Mietrecht spezialisierte Juristen in der Beratung. Der Verein führt die telefonische Kurzauskunft sowie Beratung nach Terminvergabe ein und verbessert damit den Umfang und die Qualität seiner Beratung. Eine Studie im Auftrag des DMB Landesverbandes Hessen belegt 2007, dass die Mitglieder des Mieterschutzvereins Frankfurt mit Angebot und Leistung hoch zufrieden und überdurchschnittlich stark an ihren Verein gebunden sind.
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Quellen

  • Volker Emmerich und Jürgen Sonnenschein, Mietrecht, Berlin 1979
  • Karl Christian Führer, Deutsche Mieterbewegung, Herausgeber: Deutscher Mieterbund e. V., Köln 2000
  • Jörg R. Köhler, Studien zur Frankfurter Geschichte, Frankfurt 1995
  • Gustav Teitge, Erhaltung und Sicherung des privaten Eigentums – Die Geschichte der Vereinigung der Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer Frankfurt am Main 1883-1983, Frankfurt 1983
  • Mieter-Zeitung für Frankfurt a. M. und die Provinz Hessen-Nassau, Ausgaben März 1925, Mai 1925, Oktober 1926, Februar 1927, Juli 1927, April 1928
  • Mieterschutzverein Frankfurt am Main e. V., Pressemitteilung vom 02.09.1983
  • DMB Landesverband Hessen e. V., Der Kampf gegen Mietvertragsklauseln geht weiter, Presseinformation vom 18.06.1993
  • DMB Landesverband Hessen e. V., Analyse der emotionalen Mitgliederbindung, April 2007