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Frankfurt, den 09.04.2014

Grillen im Garten und auf dem Balkon

Das warme Frühlingswetter der letzten Wochen hat dazu geführt, dass auf Balkonen und in Gärten bereits fleißig gegrillt wurde. Rauch und Essensgerüche können aber auch zu Ärger mit den Nachbarn führen. Deshalb ist es für alle Grill-Fans wichtig, Rechte und Pflichten als Mieter zu kennen.

Grundsätzlich gilt, dass ein Mieter über seinen Balkon, die Terrasse oder den Garten im Rahmen des üblichen frei verfügen kann. Der Mieter darf in seinem Garten, auf der Terrasse und dem Balkon Feste und Partys feiern. Er muss aber auch Rücksicht auf Nachbarn nehmen. Diese dürfen durch das Feiern nicht belästigt werden. Auch bei Festen und Partys gilt ab 22.00 Uhr die Nachtruhe. Auf dem Balkon, der Terrasse und im Garten darf jetzt nur noch ganz leise gefeiert werden. Im Zweifel muss die Feier in die Wohnung verlegt und Zimmerlautstärke eingehalten werden.

Grillen erlaubt?

Häufig ist die Frage, ob das Grillen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten erlaubt ist, eine Einzelfallentscheidung. Mieter sollten hier generell die Regeln im Mietvertrag und Hausordnung beachten: Ist im Mietvertrag selbst oder durch eine wirksame Hausordnung das Grillen untersagt, so ist ein solches generelles Grillverbot bindend und vom Mieter zu beachten.
Wichtig: Ein wiederholter Verstoß gegen ein Grillverbot trotz Abmahnung berechtigt den Vermieter sogar zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses. Nach Abschluss des Mietvertrages darf der Vermieter kein nachträgliches Grillverbot aussprechen. Eine nachträgliche Vertragsänderung ist immer nur mit Zustimmung des Mieters möglich.

Wie entscheiden die Gerichte?

Enthält der Mietvertrag oder die Hausordnung keine Regelung zum Grillen, wird die Frage, wie oft und wie lange ein Mieter Grillen darf, von den Gerichten unterschiedlich beantwortet:

  • Nach Ansicht des Amtsgerichts Bonn (WuM 1997, 325) darf der Mieter eines Mehrfamilienhauses in der Zeit von April bis September nur einmal im Monat grillen, wenn er es dem Nachbarn 48 Stunden vorher angekündigt hat.
  • Nach anderer Auffassung (LG Stuttgart, ZMR 1996, 624 f.) soll das Grillen im gesamten Jahr nur dreimal für je zwei Stunden oder insgesamt für sechs Stunden zulässig sein.
  • Wieder ein anderes Gericht hat entschieden, dass die Verwendung eines Holzkohlegrills auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses generell unzulässig sei (LG Düsseldorf WuM 1991, 52; AG Wuppertal ZMR 1979, 21).
  • Das BayObLG (WuM 1999, 534) erlaubte in einer Wohnungseigentumsanlage fünf Grillfeste im Jahr auf Holzkohlefeuer zumindest dann, wenn der Grill am Ende des Gartens aufgebaut wird. Diese Entscheidung wird auf Mietwohnungen nur dann übertragbar sein, wenn zur Wohnung ein Garten gehört und der Abstand zum Nachbarn ausreichend groß ist.

Allgemein gilt beim Grillen: Das Grillen auf dem Balkon, der Terrasse und dem Garten ist nicht uneingeschränkt zulässig. Qualm und Bratgerüche müssen Nachbarn grundsätzlich nicht hinnehmen. Werden Mitmieter durch den beim Grillen auftretenden Rauch- und Bratgeruch gestört, muss der Mieter das Grillen einschränken oder sogar unterlassen. Bei einer starken Belästigung der Nachbarn durch Rauch- und Bratgeruch kann neben einer Vertragsverletzung auch ein Verstoß gegen die Landesimmissionsschutzgesetze vorliegen. Ein solcher Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit und kann sogar mit einem Bußgeld geahndet werden.

Unsere Mietertipps:

  • Grillen Sie rücksichtsvoll, um unnötigen Ärger zu vermeiden. Wer zum Beispiel einen Elektrogrill, Aluschalen und Folien benutzt, kann Rauch und Qualm weitgehend vermeiden.
  • Informieren Sie Ihre Nachbarn rechtzeitig und löschen Sie das Grillfeuer etwas früher.

Alle Informationen rund um die Nutzung von Balkon und Garten haben wir auf unserem Merkblatt
Die Garten-, Terrassen- und Balkonnutzung zusammengestellt.

Für eine individuelle Rechtsberatung können Sie gerne einen Beratungstermin beim DMB Mieterschutzverein Frankfurt vereinbaren.

Kontakt: DMB Mieterschutzverein Frankfurt/Main e.V.
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